August: Mein Yoga Dreierlei

Wanderlust 108 Zürich

Mit diesen drei Themen habe ich mich im August besonders beschäftigt: Einen achtsamen Triathlon miterleben, Yoga mit YouTube praktizieren, den Blick nach innen richten beim Meditieren

1. Wanderlust 108 – mit dabei am Mindful Triathlon

Sonntagmorgen, der Wecker klingelt kurz nach 6 Uhr … warum stehe ich freiwillig um diese Zeit auf? Es geht zum Mindul Triathlon nach Zürich. Dieser findet in der Sportanlage Sihlhölzli statt, die ich sonst vom Lauf-Intervalltraining kenne. Zahlreiche Yogis treffen sich hier zu Wanderlust 108 um gemeinsam Yoga zu machen und ganz bewusst den Körper und Geist zu spüren. Zum Aufwärmen laufe ich im zügigen Tempo die 5 km, danach geniesse ich 75 Minuten Vinyasa-Yoga-Flow mit Mady Morrison und trotz der vielen Yogamatten um mich herum, ziehe ich mich bei der Meditation komplett zurück. Ein paar Regentropfen fallen währenddessen vom Himmel herab, doch im nächsten Moment wärmt das Licht der Sonne. Entspannung, Freude, Wohlbefinden … und vor allem mit lieben Menschen um mich herum macht der Tag so richtig Spass! Ein Höhepunkt war das Experimenten beim AcroYoga, das von Mélanie und Adrian angeleitet wurde. Gemeinsam mit Iris und Bruno von NATURALYOGIS kam ich plötzlich in Positionen wie auf dem Bild – bequemer kann man kaum sitzen. Auf ein nächstes Mal ArcoYoga! Und für alle, die verschiedene Yogastile ausprobieren möchten, ist der Mindful Triathlon eine gute Gelegenheit.

Wanderlust 108 Zürich

2. Taugen Yoga-YouTube-Channels für das Praktizieren daheim?

Wie auch bei allen anderen Themen tummeln sich mitterweile viele Anleitungen für Yoga in YouTube. Die breite Palette der Yogastile vereint sich hier. Die Entscheidung liegt bei dir, ob du einer Pranayama-Anleitung folgst oder bei einem intensiven Vinyasa-Yoga-Flow ins Schwitzen kommen möchtest. Hast du bereits erste Erfahrungen in einem Yogastudio gemacht, helfen diese dir einen gut angeleiteten Yoga-Channel auszuwählen und mitzumachen. Möchtest du zum ersten Mal Yoga für dich ausprobieren, kann einerseits die grosse Auswahl erschlagend sein, und andererseits bleiben mögliche Fehlausrichtungen bei den Asanas, deinen Körperübungen, verborgen, auf die ein Yogalehrer im Studio reagieren kann. Für fortgeschrittene Yogapraktizierende sind die Angebote eine bequeme Alternative, wenn du es zeitlich nicht in eine geführte Yogastunde in deinem Studio schaffst oder auf Reisen unterwegs bist.

Eine Yogaeinheit in der wohligen Studio-Atmosphäre gemeinsam mit anderen begeisterten Yoginis und Yogis ist für mich nach wie vor unschlagbar. Der Yogalehrer unterstützt mich bei der Ausrichtung, bietet Varianten an und hilft bei Fragen. Dennoch hole ich mir gerne Anregungen und nutze die Yoga-YouTube-Channels für eine abwechslungsreiche Praxis. Hier sind meine Lieblingskänale:

  1. Mady Morrison: Sanfte und intensive Flows im Vinyasa-Stil erwarten dich hier. Mady führt dich auf Deutsch durch die Stunde und leitet präzise an. Einfach sympathisch!
  2. HappyAndFitYoga: Verschiedene Yogalehrer wechseln sich ab und leiten dich durch kurze Sequenzen – vom kraftvollen Workout bis hin zu entspannendem Yin-Yoga ist alles dabei.
  3. Tara Stiles: Aus meiner Sicht ist Taras Kanal bestens für mittel bis fortgeschrittene Yogaliebende geeignet. Ihre Sequenzen sind meist kraftvoll und in Englisch geführt. Inspiration für die ein oder andere Abfolge suche ich hier gerne.
  4. Boho Beautiful: Hier wirst du in Ferienstimmung versetzt. Yoga am Strand, Yoga mit herrlicher Aussicht … einfach zum Träumen und Versinken. Perfekt für kalte Sommertage.

Wanderlust 108 Zürich

3. Meditation hin oder her?

Die Meditation als vorletzte Stufe auf dem achtgliedrigen Weg des Yoga nach Patañjali ist eine hohe Disziplin, welche dich in die völlige Versenkung führt. Dhyãna, wie dieser Zustand in Sanskrit heisst, geschieht einfach, indem du die Vorstufen übst, dich mit deinen Sinnen zurück ziehst (Pratayãhãra) und dich konzentrierst (Dhãranã).

Ganz ehrlich, mir war das zu theoretisch. Somit begab ich mich auf die Suche und fand interessante Gedanken zum Thema Meditation. Während des Studiums habe ich regelmässig Autogenes Training geübt, doch das ist nicht mit Meditation zu verwechseln, weil es als Ziel die Entspannung verfolgt, währenddessen das Meditieren ziellos ist und das ganze Bewusstsein erfüllt. Dennoch half mir das Training einfach mal nur den Atem zu beobachten. Das konzentrierte Wahrnehmen der Ein- und Ausatmung samt der Stille setze ich gerne in meinen Yogastunden ein. So kannst du dich einfach an das Meditieren herantasten, denn es wirkt sich auf unser Gehirn aus wie Anja Jardine in ihrem Artikel „Das Quentchen Freiheit“ schreibt: „Mit dem Training steigern sich die Leistungen der beteiligten neuronalen Netzwerke, wie Studien belegen. Menschen mit langjähriger Meditationspraxis verfügen über eine hohe Gamma-Wellen-Aktivität, die mit anspruchsvollen kognitiven Leistungen wie Konzentration, Gedächtnis, Lernen assoziiert wird. Doch nicht nur die Hirnfunktion, auch die Morphologie verändert sich: Jene Hirnregionen, die der Aufmerksamkeit und der Verarbeitung von Sinneseindrücken zugeordnet werden, gewinnen an Volumen.“ Wunderbar, da bin ich gespannt! Geschmunzelt habe ich bei Übung 3: Den ALI machen, welche im Artikel beschrieben ist. Diese kann ich dir empfehlen.

Mit etwas Abstand betrachtet Rolf Dobelli die Meditationspraxis, er hält in seinem Artikel „Wir Gestressten“ die Tatsache fest: „Meditation funktioniert wirklich, aber nur, während Sie meditieren.“ Ich stimme mit ihm nur soweit überein, dass Meditation nicht als Allheilmittel anzusehen ist. Sie ist für mich aber eine wunderbare Technik sich von den äusseren Reizen frei zu machen und in sich zu horchen. Diese Versenkung hilft mir dann eine andere Perspektive einzunehmen, die des Adlers, denn aus der Weitwinkel-Perspektive wie Rolf Dobelli in seinem anderen Artikel „Wir Illusionisten“ beschreibt, erscheinen die Details verschwommen, auf die ich mich sonst fokussiere, und ich kann das Gesamtbild besser wahrnehmen. Denn

„Je stärker wir uns auf einen bestimmten Aspekt unseres Lebens konzentrieren, desto grösser scheint uns der Einfluss dieses Aspekts auf unser ganzes Leben zu sein.“ Rolf Dobelli

Diesen Aspekt kannst du dir bei der Meditation aber auch zu Nutze machen und dir deine ganz eigenen Freiräume schaffen. Zeit, die du dir nimmst, einfach mal nur mit dir selbst zu sein. Ich habe Freude an dieser Zeit-für-mich gefunden und empfinde das Meditieren als Bereicherung.

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann sind hier zwei Tipps:

  1. Marlen von YOMA hat ein kompaktes eBook zum Thema Meditation & Achtsamkeit erstellt und eine Meditation gesprochen, die als Audio erhältlich ist. Während der Zugfahrt bin ich der geführten Entspannung schon einige Male gefolgt.
  2. Tom von Liferock.tv ist ganz begeistert von der Meditation und gibt praktische Hinweise zum Einsteigen, Ausprobieren und Dranbleiben.

Lesenswert sind die Serien Achtsamkeit in der Wirtschaft, Anja Jardine, sowie Die Kunst des guten Lebens, Rolf Dobelli, gedruckt und online bei der NZZ.

Kategorie:Yoga

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