Fair Fashion

Mit Freude kleiden

Fashion Revolution Week 2017

Pünktlich zur Fashion Revolution Week möchte ich euch 10 Dinge mit auf den Weg geben, die mich aufgeweckt, inspiriert und begeistert haben. Denn sich mit „Freude kleiden“ geht ganz einfach (auf dem Bild trage ich eine Second-Hand-Hose und ein bei Kleiderkreisel getauschtes Oberteil.)

1. Was ist die Fashion Revolution Week?

Kurz und knackig erklärt Marie auf ihrem Blog fairknallt die Hintergründe dieser Aktions- und Gedenkwoche. Auch sonst lohnt es sich bei ihr zu Stöbern und in die bunte Farbenwelt ihrer Bildstrecken rund um Fair Fashion einzutauchen.

2. Film „The True Cost“

Einige Jahre habe ich überlegt wie ich meinen Kleiderschrank nachhaltiger gestalten kann. Doch so richtig aufgeweckt hat mich die Dokumentation „The True Cost“. Voller Tatendrang informierte ich mich über Materialien, Herstellungsprozesse von Stoffen und Labels, die unter ethischen und fairen Bedingungen Kleidung produzieren.

3. My Green Closet

Bei meinen Recherchen stiess ich auf den YouTube Channel von Verena Erin (viele nennen sie Erin). Sie hat Fashion Design studiert und widmet sich den Themen Eco Fashion, Minimalism und Natural Beauty. Wunderbar aufbereitet hat sie eine dreiteilige Serie über Fasern und Stoffe, die für die Kleiderherstellung verwendet werden.

  1. Fibres & Fabrics Part 1: Meist verwendete Stoffe und deren Vor-/Nachteile
  2. Fibres & Fabrics Part 2: Materialien tierischer Herkunft vs. vegane Alternativen
  3. Fibres & Fabrics Part 3: Recycling und Upcycling von Materialien

Weiterhin findet ihr zahlreiche Inhalte rund um den nachhaltigen Kleiderschrank, dazu gehört vor allem zu schätzen, was man bereits an tollen Kleidungsstücken besitzt. In Erins Videoprojekt „Clothing Love Stories“ zur Fashion Revolution Week teilen verschiedene Personen die Geschichte ihrer besonderen Schätze, die immer wieder Freude bereiten. Schaut mal ab Minute 8:43 rein …

4. Minimalismus

In einem von Erins My-5-Videos wurde ich auf den Minimalismus aufmerksam. Oder auch meine Interpretation: Umgib dich mit den Dingen, die dir Freude bereiten. Inspiriert haben mich Joshua und Ryan, auch The Minimalists genannt, in ihrem TEDx Talk „The Art of Letting Go“ sowie die persönlichen Gespräche und das Interview mit Joachim Klöckner. Auch das NZZ FOLIO erklärt in der Ausgabe „Weniger ist mehr. Das einfache Leben“ warum viel Besitz uns nicht glücklicher macht.

5. KonMari-Methode

Die Idee der Leichtigkeit des Minimalismus fasziniert mich und führte mich zur KonMari-Methode, welche die NZZ im Artikel „Ordnung ist das halbe Leben“ kurz skizziert. Marie Kondo hat diese Methode entwickelt und beschreibt sie in ihrem Buch „Magic Cleaning“ ausführlich. Gelesen habe ich ihr Buch schnell. Das Aussortieren/Behalten und das anschliessende Aufräumen habe ich mit einem beschwingten und erleichterten Gefühl zelebriert und mir mehr als ein halbes Jahr Zeit genommen. Es hat richtig Spass gemacht!  Und ich staune noch immer über die dauerhafte Wirkung.

6. Kleider tauschen, verkaufen und verschenken

Nach dem KonMari-Aufräumen suchte ich Wege, der aussortierten Kleidung neues Leben zu schenken. Einige Teile kamen auf den Upcycling-Stapel für meine Nähprojekte und andere Kleidungsstücke fügte ich meinem Schrank auf Kleiderkreisel hinzu. Ich mag diese Kleidertauschbörse, denn oftmals gibt es irgendwo jemanden, der auf der Suche nach einem Teil ist, welches man selbst weitergeben möchte. Bisher hatte ich über das Tauschen und Verkaufen viele nette Kontakte zu anderen Kreislerinnen und was ich vorher nicht geahnt habe, Monate später fand ich mein Hochzeitskleid – es passte wie angegossen, welche eine Freude!

Ein liebevoll aufbereiteter Online-Second-Hand-Shop namens Second Vintage Love bietet auch die Möglichkeit eigene Schmuckstücke weiterzugeben. Gut erhaltene Kleider kaufen sie an und geben ihnen im Shop eine zweite Chance. Das Besondere ist das Team hinter den Kulissen, Second Vintage Love ist soziales Unternehmtertum mit dem Ziel zu einem positiven Gesellschaftswandel beim Kleiderkonsum beizutragen, ohne dabei gewinnorientiert zu wirtschaften.

Aussortierte Kleidung brachte ich ebenfalls in die Humanusbrocki, welche Susanne Bügler mit ihrem Mann in Kreuzlingen führt. Weil mir die Idee vom Kleiderwerk in Konstanz sehr gut gefällt, spendete ich auch hier einen Teil.  Wenn ich auf der Suche nach etwas Neuem bin, schaue ich gerne in diesen und anderen Second-Hand-Läden vorbei. Gerade auf Städtereisen liebe ich es auf Flohmärkten oder in Zweitkleid-Geschäften wie diesem gleichnamigen Shop in Wien zu Stöbern.

7. Kleiderschätze aus vergangenen Zeiten

Zwei ganz bezaubernde Ideen habe ich letztes Jahr entdeckt. Mona bietet Kleiderschätze aus vergangenen Zeiten in ihrem Online Shop namens Oma Klara an. Ausgewählte Vintage-Stücke aus Omas Kleiderschrank samt ihren Geschichten findet ihr hier. Ich habe dieses tolle Konzept natürlich getestet und einen weiss-blauen Dreiteiler mit Blumenmuster in Lochform an Rock, Top und Jäckchen erstanden. Ein ähnliches Konzept findet ihr bei Veist Kleidergeschichten. Sowohl im Laden in Berlin als auch im Online Shop ist zu jedem Kleidungsstück seine Geschichte zu lesen.

Eine besonders hohe Dichte an auserwählten (und ausgefallenen!) Kleiderschätzen auf kleiner Verkaufsfläche habe ich vor ein paar Wochen in München durch Zufall entdeckt. Haben Will heisst das Geschäft, das zahlreiche Accessoires wie Ohrringe, Ringe, Ketten, Broschen in der Auslage hat. Als ich den Laden betrat, kam ich aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Vor allem die Abendgarderobe aus vergangenen Jahrzehnten faszinierte mich. Mit dem Besitzer hätte ich noch den ganzen Nachmittag über Modegeschichte philosophieren können.

8. Kleider im Abo

Wer immer wieder Lust auf Neues im Kleiderschrank verspürt, dem sei die Kleiderei aus Köln ans Herz gelegt. Thekla und Pola haben einen Leihservice im Abo vor einigen Jahren aufgebaut. Mit der Kleiderflatrate kannst du dir vier Teile direkt zu dir nach Hause senden lassen. Sobald du neue Teile ausprobieren magst, schickst du die anderen wieder zurück. Mir gefällt daran, dass ich so wunderbar mit Outfits experimentieren kann. Denn gefällt mir ein Kleidungsstück doch nicht wie erwartet, wird es kein Staubfänger im Schrank, sondern geht zurück. Wer keine eigene Auswahl treffen möchte, lässt sich von Stylisten sein Paket zusammenstellen und überraschen.

In Zürich gibt es die Mode-Leih-Boutique Kleidh, dessen Name setzt sich zusammen aus Kleid und Leihen. Dieser Leihservice bietet festliche und hochwertige Kleidungsstücke. Mitglieder können sich für 4 Wochen Kleider mieten. Diesen Tipp habe ich aus dem Magazin Stil der NZZ am Sonntag, in der Ausgabe „Mode zur Miete“ gefunden. Demnächst schaue ich mal bei Kleidh vorbei.

9. Ganz konkret: Wege zu einer nachhaltigen Garderobe

Ja, ich mag Mode, ich mag die Spielerei mit verschiedenen Outfits und mit Farben, Stoffen, Schnitten zu experimentieren. Dennoch habe ich mich für diesen Ansatz von Anuschka entschieden: „5 ways to build a more ethical closet no matter your budget“ zeigt ganz konkret wie man sich eine nachhaltige Garderobe zusammenstellen kann.

Ich ergänze meinen Kleiderschrank mit selbst genähten Kleidungsstücken aus Biostoffen z.B. von Lebenskleidung, Stoffen aus der Sammlung meiner Oma und Mama, Stoffen von älteren Kleidern oder Funden auf Reisen. Wenn ich doch mal etwas Fertiges kaufen möchte, dann am liebsten Second-Hand und wenn neu, dann möglichst von Fair-Fashion-Labels, die auf umweltverträgliche, ethisch-korrekte Bedingungen achten. Ganz selten schleicht sich auch mal ein Teil von Zara ein, aber dann achte ich sehr streng auf das Land, wo das Kleidungsstück grösstenteils gefertigt wurde. Wer sich ausführlich mit seinem Stil sowie dem Kuratieren seiner Garderobe beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch „The Curated Closet“ von Anuschka Rees, dieses gibt es auch in einer deutschen Ausgabe „Das Kleiderschrank-Projekt“, ihre Tipps und passenden Anleitungen animieren zum sofortigen Loslegen.

10. Bewusst und nachhaltig Leben

Darüber berichtet Maddie in ihrem YouTube Channel und schreibt im Blog dariadaria. Hier hat sie ausserdem Fair Fashion Quellen zusammengestellt und zum aktuellen Anlass der Fashion Revolution Week listet sie in ihrem Beitrag „Vier sinnvolle Dinge, die du heute tun kannst, statt zu H&M zu rennen“. Letztes Jahr gab Maddie in ihrem TEDx Talk „I started a Blogger Revolution“ Denkanstösse zu Fast Fashion weiter und erzählt über ihr soziales Engagement. Ich bin sehr beeindruckt mit wie viel Herzblut sie das Thema nachhaltig Leben umsetzt und verfolgt.

Hi, ich bin Claudia, Digital Analyst, Yogini und Fair Fashion Designerin. Ich mag liebevolle, kleine Gesten im Alltag, welche ein Lächeln zaubern und das Miteinander bereichern. Folge mir auf Instagram und Pinterest.

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